Nächster Schritt der Zähmung: Wie geht es weiter?

      Nächster Schritt der Zähmung: Wie geht es weiter?

      Hallo zusammen :saint: ,

      nachdem ich mir einige Beiträge hier im Forum durchgelesen habe und es super finde, dass in diesem Forum so hilfreiche und kompetente Antworten gegeben werden habe ich mich auch angemeldet - weil ich ein paar Fragen zu meinem sibirischen Streifenhörnchen namens Ivan Ivanowitsch habe. :rolleyes:

      Ich hab den kleinen Ivan von einem Züchter bekommen, als er 3 Monate alt war. Nun lebt er bei uns seit ca. 5 Monaten und hat sich gut eingelebt. Ich habe mich vorab auf der Hörnchenvilla-Internetseite über alles informiert, sprich die ersten 6 Wochen bekam er noch keinen Freilauf, um den Käfig als sein Revier anzuerkennen. Erst nach einigen Wochen ließ er sich durch die Gitterstäbe füttern (Die Neugier hat gesiegt). Nun hat er jeden Tag Freilauf. Sobald ich aufstehe, hört er mich und kommt aus seinem Häuschen gekrochen und fordert Freilauf. Den bekommt er jeden Tag (ich habe zurzeit vorlesungsfreie Zeit und bin somit zuhause), bis er nach vielen Stunden den Weg zurück in sein Häuschen sucht. Alles gut soweit. Seitdem er Freilauf hat, kommt er (von sich aus) zu mir hingekrabbelt und nimmt mir die Körner aus der Hand. (Und pinkelt mir dabei jedes Mal auf die Hand, da weiß ich auch nicht, wie ich das deuten soll) :?:
      Aber sobald ich in seine Nähe gehe, hat er Angst und rennt weg. Auch stopft er die Körner immer in seine Backen (wenn ich ihn von Hand füttere) und rennt zu seinem Lieblingsplatz auf dem Sofa, um sie dann in aller Ruhe genüsslich zu essen.

      Kann ich etwas tun, damit er bei mir bleibt und keine "Angst" hat, sein Futter bei mir zu essen oder sieht er mich als Futterrivale an? (Und kann ich das irgendwie ändern?) Oder gibt es keinen nächsten Schritt, sondern soll ich sein Verhalten so annehmen und mich freuen, dass er überhaupt schon auf die Hand kommt (was ja nicht immer selbstverständlich ist bei Streifenhörnchen)?

      Außerdem verliert er überall seinen Urin und seine Kötelchen, haben ihm schon zwei Außentoiletten aufgestellt, wobei er das eine benutzt und im anderen Körner bunkert :patsch:
      Ich würde mich freuen, wenn ihr eure Erfahrungen teilen könntet und mir sagen könnt, wie ich weiter vorgehen soll, oder ob ich es dabei belassen soll.

      Dankeschön und viele Grüße
      Lenotschka
      Hallo und Willkommen Lenotschka :)

      So, wie es sich liest, hast Du ein gesundes, freundliches Streifenhörnchen und das ist schon mal ein Grund sich zu freuen.
      Das er Dich anpinkelt kann mehrere Gründe haben. Sie pieseln vor Aufregung, Anspannung, zum Markieren, Angst .. So, wie ich es bei Deinem Ivan lese, ists also dieses absolut normale Verhalten. Es kann also auch gut sein -muss natürlich nicht-, dass es sich mit der Zeit legen wird.
      Wirklich "Stubenrein" bekommt man ein Streifenhörnchen nicht. Das hat viel mit Glück und Toleranz zu tun. Niemand käm auch auf die Idee einen Wellensittich oder einen Hamster zur Stubenreinheit erziehen zu wollen.
      ;)
      Es kann aber gut sein, dass sich da auch immer Mal wieder was ändert. Mein Feivel markiert zum Beispiel im Frühjahr eindeutig mehr, als in anderen Jahreszeiten.

      Zur Zähmung:
      Zuerst einmal ist es prima, dass der Kleine zu Dir kommt und das ist in jedem Fall auch immer besser, weil er so selbst entscheiden kann, wann er wieder geht.
      Das Vertrauen in anderen Situationen lernt er hauptsächlich durch Beobachtung und eben mit der Zeit. Wenn Du also zum ihm hingehst, versuch es langsam und lass ihm immer einen Ausweg. So fühlt er sich nicht so bedrängt und bleibt eher sitzen, als wenn er panisch einen Ausweg sucht.
      Wenn es darum geht, dass er länger bei Dir bleiben soll, dann gib ihm etwas, was ihm einen Grund dazu gibt. Körnchen futtert er eben auf seinem Lieblingsplatz. Machen wir das nicht auch?
      ;)
      Aber, wenn Du ihm einfach einen Mehlwurm gibst und diesen nicht loslässt .. tja, dann muss er wohl abbeißen. Klingt ekliger als es ist. Und die Mehlis sollte er ja auf jeden Fall sowieso bekommen und die meisten Hörnchen mögen sie sehr gern.
      Ein Stück Lieblingsobst, was Du auch einfach nicht loslässt, ein Löffelchen Brei, das er abschlecken muss .. all das lässt ihn ganz Ausversehen länger bei Dir bleiben.
      Andere Leckerein kannst Du ihm auch in einer locker geschlossenen Hand anbieten. Sodass er selbst sein Schnäuzchen in die Höhle steckt.
      Natürlich nur, wenn er friedlich und allgemein relativ entspannt ist. Und bitte nicht bei jedem Näherkommen. Überforder den Kleinen nicht. Es soll wie Ausversehen, nebenbei passieren.
      Ich schätze Ivan und Dich so ein, dass Ihr das hinbekommt.
      Probier es mal aus und schreib dann bitte, ob es geklappt hat Viel Spaß
      :)

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fips“ ()

      Fips hat ja eigentlich alles schon ausführlich erläutert :).
      Da mein erstes Streifi ja leider viel zu früh verstorben ist bin ich nun schon zwei mal in den Genuss der "Wie-wird-mein-Hörnchen-möglichst-zutraulich"- Phase gekommen.

      Beim ersten Hörnchen war alles neue ganz super und spannend, da bin ich auch öfter mal vorsichtig auf ihn zugetippelt und wollte ihn öfter dazu animieren mir zu vertrauen. Er wurde zwar soweit auch zutraulich, aber er hat mir nie wirklich so vertraut wie es Norman (Hörnchen Nr 2) jetzt tut.

      Bei Norman habe ich mich wirklich erstmal beim Freilauf nur in eine Ecke auf den Boden gekrümelt, so dass er einfach zunächst sehen konnte: okay, die wirkt jetzt nicht wirklich so gefährlich wenn ich draussen bin.
      Er war dann auch so neugierig dass er tatsächlich recht schnell in meine Nähe kam. Auch hier habe ich ihn links liegen lassen, mich nicht großartig bewegt (denn sobald ich das tat, sei es weil es mich kratzte oder sonst was, war er weg!). Nach einem Tag legte ich dann sein Futter auf meinen Schoß. Das tat ich, weil er in seinen kurzen Besuchen bei mir immer tendenziell weg von den Händen blieb (die sind ja auch gruselig).
      Hat nicht lange gedauert da saß er auf dem Schoß und mampfte. Das ganze steigerte ich dann langsam in den darauffolgenden Tagen: als er ohne Angst auf den Schoß Kam fing ich an mich leicht zu bewegen und leise zu sprechen, und dann schließlich nach 4-5 Tagen legte ich sein Futter nicht mehr auf den Schoß, sondern auf die Hand und diese wiederum auf den Schoß. Da guckte er dann als ein bisschen blöd und es dauerte bis er es nahm, aber auch das ging. Ich hatte bei ihm das Glück dass er so mega gefräßig war zu Beginn.

      Wichtig ist, dass du wirklich nicht zu schnell versuchst ihn auf die Hand zu nehmen/zu zähmen und ihn damit ohne dass es dir bewusst ist bedrängst. Hinterherlaufen bzw auf ihn zu gehen würde ich am Anfang auch noch nicht- das wird ihm trotz allem noch nicht so geheuer sein. Lass ihn kommen, das wird er definitiv, auch wenn es vielleicht dauert. Aber dann entscheidet er und fühlt sich dabei sicher.

      Chap (Hörnchen Nr 1, den ich schnell mal unabsichtlich "bedrängt" hab indem ich ihm zu früh oft die Hand angeboten habe) hat dann auch öfter mal geknappst wenn es ihm zu viel wurde.

      Norman vertraut echt zu 100 prozent, der pennt sogar beim lernen als in meiner Kapuze oder in meiner Jackentasche.. das langsame aneinander gewöhnen hat sich also absolut ausgezahlt. Mittlerweile kann ich im zimmer tanzen und klatschen, er hat keine Angst und kommt freudig angehuscht. Und dann macht das auch nichts mehr wenn du ihm hinterher läufst bzw. Freut er sich noch wenn du auf ihn zu gehst weil er weiß es könnte fressen geben :D.