Hörnchen sehr scheu

      Hörnchen sehr scheu

      Hallo liebe Forenmitglieder!

      Ich wende mich an euch, weil ich wirklich traurig bin und hoffe hier, Antworten zu bekommen.
      Ich habe vor 2 Jahren schon einmal ein asiatisches Streifenhörnchen gehabt, das anfangs sehr scheu war, aber mit der Zeit sehr zahm wurde. Da ich mit dem Tierchen sehr viel Freude hatte, habe ich entschieden mir wieder ein Hörnchen zuzulegen. Mein neues Hörnchen ist seit 2 Monaten bei mir, ist männlich und heißt Charlie.
      Mein Problem ist, dass der Kleine seit 2 Monaten nur sein Versteck verlässt, um zu fressen, wenn ich nicht da bin. Er kommt auch nicht heraus, wenn ich zu Hause bin, falls ich ihn "überrasche", was sehr selten der Fall ist, dann versteckt er sich gleich. Ganz, ganz selten bleibt er noch einen Moment draußen und beobachtet mich, zuckt aber bei kleineren Bewegungen bereits zusammen und flüchtet. Ich lese ihm regelmäßig laut vor, lass auch hin und wieder, wenn ich in der Arbeit bin, den Radio an, aber es bessert sich nichts. Ich versuche ihn auch mit Leckerlis (diverse Nüsse, Mehlwürmern, Obst, Gemüse) zu locken. Natürlich kommt er nicht aus seinem Versteck, um es sich von der Hand zu holen.
      Wenn ich ihm die Leckerlis dann reinlege, holt er sie sich, wenn ich nicht da bin. Er klettert weder an Ästen und Seilen herum, Röhren verwendet er nicht, die Buddelkiste ist unberührt, gar nichts. (Zumindest nicht, wenn ich da bin.) Es macht mich traurig, dass er so ängstlich ist, weil das für ihn doch furchtbar sein muss, in ständiger Angst zu leben.
      Mein letztes Hörnchen war anfangs auch scheu, ist aber mit der Zeit (war doch ca. 1 - 1 1/2 Jahre) wirklich zahm geworden, ist auf die Hand gehüpft, hat sich Leckerlis geholt, ausmisten und Freilauf war somit kein Problem, ist aber mit der Zeit zumindest außerhalb ihrer Verstecke gesessen und so ist mir das Anlocken viel, viel leichter gefallen.
      Ich weiß, dass es manchmal länger dauert und man viel Zeit investieren muss. Das weiß ich als Biologin nur allzu gut. Ich habe diverse Internetseiten durchstöbert, aber hab nicht wirklich Tipps gefunden, außer denen, die ich bereits ausprobiert habe. Kann ich also doch nur warten und viel, viel Geduld aufwenden?
      Aber ich wäre euch wirklich sehr dankbar, wenn ihr mir ein paar Tipps mehr geben könnt!

      Vielen Dank für eure Bemühen und eure Hilfe im Voraus!

      Liebe Grüße
      Klara
      Hallo Klara,
      zunächst einmal herzlich Willkommen.

      Schade, dass sich dein Charlie so schwer tut. Hast du es denn mal mit Freilauf versucht? Mir ist klar, dass du dann als Standbild verharren müsstest, aber manches Hörnchen wird durch den Freilauf mutiger und taut auf. :)
      Schöne Grüße von Eva und Martin aus Köln :hallo:

      Sid April 2006 - August 2008† Manny August 2008 - Juni 2009† Gina Frühjahr 2005 - Oktober 2011†

      Hallo und herzlich Wilkommen von einer angehenden Biologin :) :)

      Hast du schonmal probiert das Futter, bevor du es in den napf machst, ordentlich in der Hand zu reiben? Damit es mehr nach dir riecht.
      Oder leg ihm doch mal ein getragenes Kleidungsstück von dir rein (oder falls man das nicht achen sollte, vor das Gitter), zb eine Socke o.ä.

      Vllt. wird es besser wenn er sich mal intensiv mit deinem Geruch beschäftigt ;)
      Viele liebe Grüße von Maike und dem Monster Fred :D

      In Erinnerung an Gizmo, Buddy und Paul :heart:
      Hallo Twinkie, :hallo:
      erst einmal ein herzliches Willkommen in der Hörnchenvilla.
      An deiner Stelle würde ich es mit ganz viel Geduld und ruhigem Zureden probieren.
      Vielleicht hast du in den 2 Monaten herausgefunden,welches Leckerlie
      dein Hörnchen besonders mag und du es ihm dann, wenn du viel Zeit hast,
      durch die Gitterstäbe gibst. :)

      Viel Glück und noch mehr Geduld

      Happy
      Moin und willkommen!

      Was du beschreibst, klingt genau nach meiner Mia. Sie war auch ein sehr scheues Hörnchen.

      Das mit dem Freilauf kann ich nur empfehlen. Leg oder setz dich mit einem Buch irgendwohin. Geh vorher auf Toilette. :D Und dann gaaaaanz still bleiben. Mia ist dann sogar auf mir herumgelaufen.

      Acht Wochen sind noch nicht so lange. Wo hast du dein Hörnchen denn her? Könnte es dort, wo es herkam, vielleicht traumatisiert worden sein? Durch Einfangen oder andere Tiere? Sowas sitzt tief.

      So oder so brauchst du, wie es hier bereits gesagt wurde, viel Geduld. Die Arbeit wird sich lohnen. Mia ist bis zuletzt scheu geblieben, aber wir haben viele mini-Fortschritte gemacht, die sich durchaus bemerkbar gemacht haben, wenn man sie gut kannte. Lass dich nicht entmutigen. :)
      Herr Samsa (†) & Mia (†)

      Das Leben ist ein scheiß Spiel, hat aber ne geile Grafik.

      Before you criticize someone, you should walk a mile in their shoes. That way, when you criticize them, you're a mile away and you have their shoes. (Jack Handey)
      Vielen Dank für die vielen Antworten!
      Das mit dem Kleidungsstück habe ich einmal ausprobiert und habe es ihm direkt in sein Versteck gelegt, hat nicht ganz so funktioniert, aber dann werde ich das nochmals versuchen. Auch das mit dem Futternapf klingt gut.

      Ich bin jetzt etwas beruhigt, dass manche Hörnchen einfach länger brauchen, ich habe nämlich den Eindruck, ich mache mit ihm gar keine bis wenig Fortschritte. Heute abends hat er sich auf den Boden in das Einstreu zum Schlafen eingerollt, man sieht sogar etwas von ihm. Er ist so schön und so süß, ich wünsche mir wirklich so sehr, dass er sich bald eingewöhnt und wohler fühlt.

      Freilauf hatte er noch nicht - habe ich mich nicht getraut, ich wollte warten, bis er sich eingewöhnt. Aber ich werde es versuchen. Soll ich dann einfach sein Versteck mit aus dem Käfig nehmen, es rausstellen und wieder warten, bis er sein Versteck verlässt? Oder ihn locken? Ich hab schon einmal versucht, Futter vor seinem Versteck zu halten, so dass er rauskommt - vergeblich.

      Ich habe das Hörnchen von einem Züchter gekauft, den ich von einer Bekannten empfohlen bekommen habe. Ich habe dann mit ihm telefoniert und das Hörnchen zum vereinbarten Termin abholen können. Es war natürlich da schon schreckhaft, habe mir aber nichts dabei gedacht, weil mein Fredi (mein 1. Streifenhörnchen, das ich als Kind hatte) anfangs auch schreckhaft war. Er ist zum Unterschied zu Charlie aber zumindest aus den Verstecken heraus gekommen, wenn man nicht da war und ist geflüchtet, wie man ins Zimmer gekommen ist und mit der Zeit ist das dann geworden. Die Autofahrt war natürlich länger.
      Meine Bekannte hat das Hörnchen auch von demselben Züchter und da ist es zugänglicher, allerdings auch nur bei ihr selbst, Fremde oder den Freund akzeptiert es noch immer nicht, aber sie hat es auch erst 1 Jahr.
      Ich habe ehrlich gesagt auch schon daran gedacht, dass vielleicht beim Züchter irgendwas gewesen könnte. Aber sollte das Hörnchen nicht dann trotzdem irgendwann lernen, dass es mir vertrauen kann? Oder was meinst du, Varda?

      Ich bin euch sehr dankbar für eure Hilfe.

      Liebe Grüße und gute Nacht!
      Soll ich dann einfach sein Versteck mit aus dem Käfig nehmen, es rausstellen und wieder warten, bis er sein Versteck verlässt?


      Auf keinen Fall sein Häuschen durch die Gegend heben!

      Ein scheues Hörnchen wird durch solche Aktionen noch verstörter. Stell Dir mal vor, jemand würde Deine Wohnung mal eben woanders hinheben 8|

      Das wichtigste bei der Zähmung ist Geduld und, dass das Hörnchen von sich aus neugieriger und zahmer wird. Also, alles was Du IN der Voliere tun musst, auf das minimalste beschränken. Sodass ihm das gewohnte Umfeld Sicherheit gibt. Sicherheit, auch vor Dir und Deinen Händen! Es weiß nicht, dass Du es gut meinst. Sicherheit, die gerade ein scheues Hörnchen noch mehr braucht als als ein Draufgänger.

      Alles, was Sicherheit und Kontinuität ausstrahlt hilft dem Kleinen. :)

      - viele Versteckmöglichkeiten ( wenn es weiß, dass & wo es sich schnell verstecken kann ) wird es mutiger;
      - keine großen Veränderungen im direkten Umfeld;
      - Futter an verschiedenen Stellen im Käfig anbieten zusätzlich zu ein wenig Futter, was am alten Platz liegt ( nachts verstecken, wenn es sehr scheu ist ),
      Futtersuchen, finden und verstecken gehören zu den natürlichsten Beschäftigungen, die man einem Hörnchen bieten kann;
      - duftendes Obst (Beeren oder angeschnittenes Obst duften am meisten ) hat im Sommer eine höhere Anziehungskraft, als Körnchen ( die im Herbst interessanter werden ),
      - gleiche Uhrzeiten für bestimmte Tätigkeiten geben auch Sicherheit.

      Wenn Du den Freilauf planst, dann plane bitte auch mit ein, dass es nicht beim 1. Mal klappen muss. Da hilft auch jeden Tag z.Bsp. Nachmittags um dieselbe Zeit die Tür zu öffnen. Eines Tages spaziert das Kleine raus ;)
      Außerdem solltest Du sämtliche Schlupflöcher gut verbauen ( Zwischenräume unter Schrank, hinter Schrank usw. )
      - wenn das Hörnchen sich draußen erschrickt, soll es nach Haus laufen & sich nicht irgendwo draußen verkriechen.

      Das Hörnchen einfangen würde es zusätzlich sehr stressen, deshalb auf jeden Fall warten, bis es von allein wieder nach Haus geht.

      Nahezu jedes Hörnchen wird irgendwann zumindest so zutraulich, dass man es im Zimmer laufen lassen kann. Einfühlungsvermögen & Geduld sind das Wichtigste.
      Manche Hörnchen mögen es übrigens überhaupt nicht, wenn man sie offen anguckt & erstarren dann in der Bewegung oder verstecken sich. Wenn man bedenkt, dass sie normalerweise nur von jemandem so fixiert werden, der sie fressen will, ist dieses Verhalten auch verständlich. ;) Wenn es Dir also auffällt, dann schau ihm einfach aus dem Augenwinkel zu - mit dem erwähnten Buch auf dem Schoß - klappt das wunderbar.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von „Fips“ ()

      Hallo!

      Ich gebe euch mal ein Update.

      Wirklich viel Neues gibt es leider nicht... Es frisst brav und ich kenn jetzt auch schon langsam sein Lieblingsfressen, aber es frisst meistens dann, wenn ich nicht da bin. Ich habe ihm jetzt eine "Pause" von mir gegönnt, das heißt, nicht ständig ihm vorgelesen und auch nicht Radio ständig aufgedreht, damit er sich an Stimmen gewöhnt, weil ich davon ausgehe, es hat Angst und wenn es dann noch von mir sekkiert wird... Auf jeden Fall ist mir aufgefallen, dass mein Hörnchen seit ein paar Tagen auf dem Boden schläft, es geht abends aus einem seiner Verstecke, legt sich auf den Boden (sichtbar) hin und rollt sich zum Schlafen ein. (Es war letzte Woche heiß bei uns, jetzt ist es wieder kühler, allerdings schläft er noch immer am Boden.) Es kommt natürlich nur dann raus, wenn ich nicht im Zimmer bin. Wenn ich im Zimmer bin, wenn es am Boden sitzt, dann beobachtet es mich eine Zeit lang oder gräbt sich nach der Zeit ein und schläft so, man sieht aber trotzdem ein bisschen noch was von ihm. Wenn ich hingehen würde und es ansprechen würde oder locken würde, würde es nach einer Zeit aber wieder abhauen (habe ich schon einmal probiert: ich habe ihn mit Kürbiskernen locken wollen, ich hab ihn die Kerne dann hingelegt, am nächsten Tag waren sie alle weg, also hat er sie sich geholt).

      Ich gebe ihm das Futter verteilt im ganzen Käfig, das holt er sich, aber natürlich erst dann, wenn ich nicht da bin. Das, was es gern hat, ist natürlich immer gleich weg.

      Tja, wie es ausschaut, muss ich mich noch weiter gedulden und warten, bis er seine Angst ablegt.
      Super, ihr macht doch schon Fortschritte! Immerhin haut er nicht mehr sofort ab wenn du da bist :thumbup: Man muss sich halt auch über die kleinen Dinge freuen.

      Hast du das mit dem Freilauf schon probiert?

      Der kleine brauch halt etwas länger als andere. Wie bei den Menschen ist halt jedes Horn anders. Macht weiter so, dann wirds was! ;)
      Viele liebe Grüße von Maike und dem Monster Fred :D

      In Erinnerung an Gizmo, Buddy und Paul :heart: