Schlapp und müde

      Schlapp und müde

      Hallo zusammen!

      Ich bin zum ersten Mal hier und hoffe, dass mir jemand helfen kann.

      Mein Streifenhörnchen ist 4 Jahre alt, männlich, extrem scheu und ängstlich. Ich hatte vorher schon ein Böckchen, das handzahm, absolut zutraulich und aufgeweckt war. Wahrscheinlich hatte er bei seinem täglichen Freilauf Pflanzen(teile) gefressen, die für ihn giftig waren und ist sehr schnell daran gestorben, was einfach ganz schrecklich war. Ich hab mir lange Vorwürfe gemacht, weil ich mich erst hinterher informiert habe, dass auch von bestimmten Zimmerpflanzen bzw. deren Wurzeln Gefahren für die kleinen Nager ausgehen. Meinem jetzigen Hörnchen, Rudi, kann das nicht passieren, da er die Voliere nie verlässt; wie schon gesagt - er ist extrem scheu und verschwindet fast immer in seinem Häuschen, sobald Menschen im Zimmer sind. Sämtliche, sehr geduldige Zähmungsversuche blieben erfolglos, so dass wir uns damit abgefunden haben, den kleinen Kerl in Ruhe lassen und uns freuen, wenn wir ihn doch mal zu Gesicht bekommen. Leider macht mir das mein jetziges Problem nicht leichter. Der Rudi ist seit gestern Mittag extrem schlapp, ganz langsam und wirkt sehr müde. Er hockte gestern Mittag mit geschlossenen Augen vor seinem Saufnapf und wackelte leicht hin und her. Er blieb auch sitzen, als ich an seine Voliere herantrat, um mir das Elend genauer anzuschauen. Das allein ist schon ungewöhnlich, denn normalerweise verschwindet er wie der Blitz in seinem Haus, sobald er mich sieht. Irgendwie mag er mich von allen Familienmitgliedern am wenigsten, obwohl ich mich um ihn kümmere (bzw. um sein leibliches Wohl, mehr ist bei ihm ja nicht drin). Rudi hat seit gestern nichts gefressen und wahrscheinlich auch nicht sehr viel getrunken. Falls er mal aus dem Haus kommt, dann klettert er nur bis zum Saufnapf (es ist eher ein "An-den-Gitterstäben-rauf-und-runter-Baumeln"), bleibt dort eine Weile zusammengerollt sitzen und kämpft sich dann wieder in sein Häuschen. Meine Tochter meint, er hätte Probleme mit den Augen, da er sie geschlossen hält und sie nässen (Entzündung). Ich finde aber, das erklärt wohl kaum seine Mattigkeit. Außerdem hat er schon immer leichte Probleme mit den Augen, weswegen wir auch mal mit ihm beim Tierarzt waren. Der hat es aber weder geschafft, ihn zu untersuchen, noch zu therapieren, so verstört und verängstigt war er. Rudi ist nur geflüchtet, hat sich nach Leibeskräften gewehrt und um sich gebissen. Danach war er so fix und fertig, dass er sich fast eine Woche lang versteckt hat. Deshalb kann ich es ihm einfach nicht antun, ihn wieder dahin zu schleppen, zumal ich nicht viel Hoffnung habe, dass er sich dieses Mal anfassen oder gar untersuchen lässt. Mein Sohn meinte, und ich muss ihm irgendwie Recht geben, das sieht nach Winterschlaf aus. Aber kann denn das sein? Wir haben Mitte Februar und so richtig geschlafen hat Rudi noch nie. Man kann ja auch schlecht feststellen, ob er ruht oder einfach nur Schiss hat. Jedenfalls ist er immer jeden Morgen aufgestanden, um sich vollzustopfen oder zu bunkern. Gerade eben kam er aus seinem Häuschen und ist mehr oder weniger bis runter auf den Boden gefallen. Jetzt säuft er. Ich habe sein Wasser mit etwas Vitacombex angereichert, weil ich dachte, dass ein paar Vitamine nicht schaden können. Sonst bekommt er ja immer seine Portion frisches Obst, frisst aber im Moment nicht. Meint ihr, er hält verspätet Winterschlaf? Allerdings hat er seit ca. 2 Wochen geschwollene Hoden - nach meiner Erfahrung das Ende des Winterschlafs. Aber struppig ist er auch nicht. Leider weiß ich ja, wie ein krankes Hörnchen aussieht. Auf mich wirkt Rudi einfach nur müde und kaputt. Ich habe ihn weder anders gefüttert, noch sonst irgendwelche Veränderungen getroffen. Vergiftungen oder sonstige Einflüsse von außerhalb der Voliere scheiden ja bekanntlich auch aus.

      So, ich habe jetzt einen ganzen Roman geschrieben (und hoffe, das nervt nicht). Ich wäre wirklich für jede Hilfe, Anregung oder auch nur den kleinsten Tipp sehr dankbar. Auch wenn das kleine Kerlchen nie zahm geworden ist, wären wir alle sehr traurig, wenn er das Zeitliche segnen müsste. Notfalls muss ich doch zum Tierarzt, aber ich fürchte, der Stress würde in seiner jetzigen Verfassung gleich recht das Ende bedeuten.

      Viele Grüße und Danke im Voraus für eure Hilfe.
      Zunächst einmal herzlich willkommen. So und nun zum Streifentier. Wie du es beschreibst, gäbe es schonmal einen einfachen Test. Sollte euer Streifi wirklich krank sein, wird es sich anfassen, bzw. aufnehmen lassen. Probiert es einfach aus. Der nächste Weg wäre dann ganz klar zum TA. Verspäteten Winterschlaf würde ich jedenfalls erstmal ausschließen, für mich hat das Tier ein gesundheitliches Problem. Habt ihr vielleicht die Möglichkeit, das Tier in einenTransportkäfig zu stecken. oder evtl. eine Durchsichtige Transportbox. Die Box bekommt ihr im Zooladen, aber auch bei Dehner. Ich würde,so wie du es beschreibst, wirklich auf Krankheit tippen. Also ab zum TA
      Manchmal kann Tierliebe bedeuten, ganz auf ein Tier zu verzichten


      Vielen Dank für die schnelle Antwort!

      Das hatte ich befürchtet und dabei so auf einen "verspäteten Winterschlaf" gehofft ... Eine Transportbox besitzen wir. Und ich denke auch, dass er sich anfassen lässt, so down, wie er wirkt. Jedenfalls von meiner Tochter. Unser Haust-TA (Rudi ist nicht unser einziger tierischer Mitbewohner) und auch andere Tierärzte in der Umgegend haben heute keine Sprechstunde. Mittwoch auf dem Lande. Ich hatte in weiser Voraussicht schon ein paar Anrufe getätigt. Außerdem würden wir ihn heute nicht mehr aus seinem Haus bekommen; nach 16:00 Uhr lässt er sich für gewöhnlich eh nicht mehr blicken. Hoffentlich hält Rudi bis morgen durch.
      Hallo und herzlich Willkommen bei uns.

      Zunächst mal "Romane" nerven uns nicht. ;) ;) ;) ;) Je besser eine Situation beschrieben wird um so leichter, wenn wir nicht alles nachfragen müssen. ;)

      Ich kann mich dem Rat von Flitzi nur anschließen, das ist kein Winterschlaf, sondern ein Fall für den Tierarzt. Versuch so eine durchsichtige Transportbox zu bekommen. Vielleicht kann er ja nur durch anschauen helfen. ;)







      Wo kommst Du denn her?????
      Herzliche Grüße
      Lupinchen
      Rudi hat gerade eine Kleinigkeit gefressen!! Sogar nach 4, war aber nur ganz kurz draußen. Mein Mann findet, er wäre schon mobiler als gestern. Gutes Zeichen?
      Sein linkes Auge war geöffnet, das rechte total zu, dick und und auch bissel gelblich verkleistert. Sieht nach Bindehautentzündung oder sowas aus. Aber daran stirbt ein Streifi ja wohl hoffentlich nicht!
      Herzlich Willkommen in der HV!

      Ich würde auf Zugluft bzw. eine Erkältung tippen, aber das sollte der Ta feststellen und nicht ich.
      Konnte in deinem Profil kein Wohnort entdecken, aber in einigen Städten und Dörfern (!) gibt es immer Notdienste, auch Hausbesuche ist inzwischen Normalität geworden.

      Ich drücke die Daumen, das Rudi durchhält und schnell wieder gesund wird!
      Glaubst du noch oder denkst du schon?

      Darkness forever
      Sorry, hatte mein Profil noch gar nicht ausgefüllt. Ist jetzt erledigt.

      An Erkältung oder Zugluft hab ich auch schon gedacht. Aber wenn gelüftet wird und Fenster/Türen offen sind, hält sich Rudi immer in seinem Schlafhaus auf. Weil - da sind nämlich Menschen im selben Raum ... Aber möglich ist alles; vielleicht hatte er mal einen ganz mutigen Moment.

      Ich hoffe schon - nein, ich bin fest davon überzeugt -, dass er durchhält. Wie gesagt, meine Familie findet, dass er heute bereits wieder besser aussah als gestern. Ich habe ja leider selten Gelegenheit, ihn richtig "unter die Lupe zu nehmen". Falls es eine Erkältung infolge Zugluft ist, müssen wir uns was einfallen lassen. Die Voliere ist zu groß, um einen anderen Standplatz zu finden. Eventuell müssten wir noch eine Seite verkleiden.
      Aloha Pg7,

      auch von mir ein :heart:lich Willkommen in der HV.

      Ich drücke dir ganz doll die Daumen das Rudi nix schlimmes hat und es ihm hoffentlich bald wieder besser geht.

      ACh und mach dir keine Gedanken wegen deinen Roman, das störrt hier niemanden, je ausführlicher umso besser.

      HOffe das ich morgen Abend hier was positives lese.

      Grüße Kohaku
      Aloha von Tante Mandy, Psycho und der Rasselbande

      In ewiger Liebe Che 2005 - 28.06.2012 in unseren Herzen wirst du ewig weiterleben . Bitte verzeih mir Elvis 2009 - 29.08.2014 ;(

      Nur tote Fische schwimmen mit den Strom
      Wer kämpft kann verlieren, wer nicht kämpft hat schon verloren

      SAVE YOUR ANIMALS

      Es kann ja nicht immer regnen
      Seien wir realistisch, versuchen wir das unmögliche (Che Guevara)
      Hallo! Ich will mal schnell einen kurzen Zwischenbericht geben. Also, ich habe doch gestern Abend noch Hilfe bekommen und zwar in Form eines Antibiotikums, was ich über das Trinkwasser eingeben sollte. Rudi hat auch etwas davon getrunken und sich dann in sein Haus zurückgezogen. Heute Morgen ganz beizeiten ist er aufgestanden und war so schwach, dass er kaum klettern konnte und leider abgestürzt ist. Der Sturz war aber nicht schlimm, da er sehr viel Einstreu im Käfig hat. Der Anblick von dem kleinen Kerl, wie er da so auf dem Boden lag, war fürchterlich. Er hatte wirklich nur noch ein ganz kleines bischen Leben in sich, das Atmen war kein Atmen mehr, sondern eher nur noch ein Zucken. Als ich ihn aufgehoben habe, war er ganz kalt und schlaff. Mein Sohn (er hat glücklicherweise diese Woche Urlaub) hat noch versucht, ihm mit einer winzigen Spritze Wasser mit Antibiotikum einzuflößen, aber Rudi hat schon nicht mal mehr geschluckt. Die Kleinigkeit, die er sich gestern aus seinem Fressnapf geholt hatte, war immer noch in seiner Backentasche. Ich habe den Tierarzt angerufen (wahrscheinlich aus dem Bett geklingelt) und er meinte, wir sollen in einer Stunde da sein. Sehr netter Mensch übrigens. Eigentlich hatten wir nicht mehr daran geglaubt, dass Rudi bis dahin durchhält. Aber mein Sohn hat ihn sich auf den Bauch gelegt und mit den Händen gewärmt, was wahrscheinlich einige Lebensgeister wieder geweckt hat, und ist mit ihm zum Tierarzt gefahren (ich musste zur Arbeit und konnte nicht mit). Der sagte, es sieht sehr schlecht aus und wir können eigentlich nur noch hoffen. Rudi hat extreme Untertemperatur und ist abgemagert. Was die Ursache dafür ist, war aber auch nicht feststellbar. Jedenfalls hat Rudi Medikamente bekommen (irgendwas zum Aufbau und Antibiotikum - mein Sohn wusste es nicht mehr so genau) und wir sollen ihn auf ein Heizkissen legen, da er sich offensichtlich nicht mehr selber erwärmen kann. Da liegt er nun in einem kleinen Nest und wir können nichts weiter machen als warten und hoffen ...
      das sind ja mal keine guten Nachrichten. So wie du es beschreibst, kann man nur auf eine schnelle Erlösung hoffen. Du kannst es ihm etwas leichter machen, wenn du ihm eine Rotlichlampe in ausreichender Entfernung hinstellst, das sit wahrscheinlich besser als das Heizkissen. Vorwürfe bezüglich evt. entstandener Zugluft brauchst du dir nicht machen. Die Gestreiften bekommen, genau wie wir, schon mal einen Infekt. Das läßt sich leider nie ausschließen. Im Mom. habt ihr jedenfalls alles getan was Möglich ist
      Manchmal kann Tierliebe bedeuten, ganz auf ein Tier zu verzichten


      Danke für den Zuspruch. Das tut gut.
      Meinst du wirklich, dass es gar keine Hoffnung mehr gibt? Die Rotlichtlampe kriegt er, ich stell sie gleich auf. Wegen der Zugluft hab ich eigentlich immer aufgepasst. Ich lüfte abends; da kommt Rudi eh nicht mehr raus. Ich kann mir auch nicht erklären, warum er so abgemagert ist. Er hat gut gefressen, naja, bis vorgestern. Und dünn ausgesehen hat er auch nicht. Dass er es ist, hab ich erst gemerkt, als ich ihn anfassen konnte. Bis Montag war er wirklich noch mopsfidel und schnell - vor allem, wenn er geflüchtet ist. Verschlechtert sich der Zustand wirklich so rapide, wenn ein Streifi krank ist oder haben wir es nur nicht eher bemerkt?
      Wenigstens sagte der Tierarzt, dass er keine Schmerzen hat. Vielleicht schläft er ganz ruhig ein, wenns denn schon keine Rettung mehr gibt. Kann ich ein Foto reinstellen? Sieht aber traurig aus, wie er so daliegt ...
      Klar kannst du ein Foto einstellen, auch traurige Fotos gehören zum Streifileben. Ach ja, die Hoffnung aufgeben sollte man nie. Ich bin nur deshalb so pessimistisch, weil wir schon 2 Streifis durch Infekte verloren haben. Leider erkennt man ein krankes Tier oft zu spät. Besonders schwierig ist es während, oder kurz nach der Winteruhe. Einfach, weil sich die Tiere dann sowieso zurückziehen und ruhiger sind.
      Manchmal kann Tierliebe bedeuten, ganz auf ein Tier zu verzichten


      Du hattest leider Recht, Flitzi ...

      Heute Mittag, kurz nach 12, ist Rudi ganz friedlich in der Hand meines Sohnes eingeschlafen. Hat einfach aufgehört zu atmen.

      Und während ich das schreibe, flenne ich so bissel vor mich hin. Ist schon verrückt - ich hab zwei (erwachsene) Kinder, da müsste sich das eigentlich relativieren. Aber so ein Tierchen wird auch irgendwie zum Familienmitglied, obwohl es "nur" ein Tier und winzig war. Ich wünschte, ich hätte noch was tun können.
      Nützt jetzt nichts, das geht auch vorbei und der Rudi-Zwerg hat es hinter sich. Wir haben ihn in unserem Garten begraben und ich werd jetzt die Voliere auf den Dachboden räumen. Den leeren Käfig mag ich nicht angucken und nach einem neuen Hörnchen ist mir momentan nicht zumute.

      Ich danke euch allen ganz sehr für den netten Empfang hier, die vielen nützlichen Tipps, die Hilfe, den Zuspruch und für eurer Mitgefühl.

      Herzlichst

      P.

      Auf das Einstellen von Fotos verzichte ich jetzt lieber ...